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myWOMAN-Kolumnistin und Autorin K. Grabner-Hayden über ihren turbulenten Alltag mit Kind und Kegel

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Mittwoch, 10.02.2016, 10:42

Vor einigen Wochen fragte mich mein Sohn beim Lesen einer Zeitungskolumne, was denn eigentlich unter dem Begriff des homo oeconomicus zu verstehen sei. Ich atmete kurz durch, mein Studium der Betriebswirtschaftslehre liegt nun auch schon einige Jahre zurück und versuchte es ihm durch ein anschauliches Beispiel zu demonstrieren:
„Schau mein Kind, das hat alles irgendwie mit der Großmutter zu tun.“
„Was hat der homo oeconomicus mit Omi zu tun?“
„Ganz viel. Ich werde es dir erklären, wie „Wirtschaften“ funktioniert und das unter dem Gesichtspunkt eines nutzenorientierten Menschen, der sein Verhalten den Gesetzen des Marktes unterwirft, was aber oft nicht von Vorteil ist.“

Unser alter Weinkeller schwitzt und schimmelt. Seine alten Steinmauern ächzen weniger unter dem Druck seines zweihundert jährigen Bestehens, sondern mehr unter dem Verhalten meiner Mutter, die als „deklariertes Nachkriegskind“ aus allem Profit schlagen muss.
Vor einigen Jahren sprang sie –wie andere Weinhauer in unser Gegend auch - auf die irrige Idee auf, ihren alten Keller einem breiteren touristischen Umfeld zu öffnen. In Bussen wurden interessierte Besucher in die kleine romantische Kellergasse gekarrt, wo sie sich mit einem Gläschen Wein in der Hand über die Geschichte des Weinbaues informierten konnten. Obwohl kein vernünftiger Weinhauer mit Holzpresse oder antiquierten Holzschläuchen Wein fabrizierte – das geht heutzutage alles über riesige computergesteuerte Anlagen - verliebte man sich in die herrlich einfache Idylle. Rasch sprach es sich herum, dass mit einem alten Weinkeller und ein paar dreckigen Gläsern viel Geld zu verdienen war. Busparkplätze wurden geschaffen und auch die zierliche Kellergasse für die Besucherströme erweitert. Im Nu hatte Omis Weinkeller eine Außen- und Innendämmung, das Dach wurde saniert und das Presshaus mit einer Heizung versehen, die auch Wintertouristen anlocken sollte. Von nun an tummelten sich von Ostern bis Weihnachten Besucher in ihrem Keller, die von einer „Dirndl-beleibten“ Winzerin herzlich in Empfang genommen wurden.
Was Omi nicht bedachte, der Keller schien damit nicht einverstanden zu sein. Nicht nur die beschauliche Ruhe, die zum Keltern des Weines unbedingt notwendig ist, war dahin, auch die alten Steinmauern nahmen Omis Gewinnmaximierung übel. Er fing durch die Temperaturunterschiede zu schwitzen an und rächte sich mit starkem Schimmel und Wurmbefall.
So wurden ganze Horden an Handwerkern angeheuert, die der ungesunden und unappetitlichen Atmosphäre im Keller ihren Kampf ansagten. Diesen Aufwendungen mussten natürlich wieder Erträge gegenübergestellt werden und so organisierte Omi neben dem Busgeschäft auch einen blühenden Heurigenbetrieb. Neben den Handwerkern gaben sich nun auch Kellner, Küchengehilfen und PR-Manager ein Stelldichein. War dann endlich einmal Ruhe eingekehrt, surrten überdimensionale Entfeuchtungsanlagen im Presshaus, was besorgte und teilweise auch neidische Nachbarn zu diversen Anzeigen veranlasste. Neben dem Schimmel musste sich die arme Großmutter nun auch mit dem Stromversorger, dem Finanzamt, der Bau und der Gesundheitsbehörde herumschlagen. Sie ließen ihre unternehmerischen Argumente, die gesamte Region mit ihrem Keller „aufgewertet“ zu haben und tausende Euro an Steuer gezahlt zu haben, nicht gelten. Nach der Aufforderung zur Registrierkassenpflicht und einem barrierefreien Zugang in ihren Keller, erlitt sie einen Schwächeanfall und ist seit Wochen auf Rehabilitation. Den dicken großen Eisenschlüssel hatte sie mir bei der Verabschiedung mit der flehentlichen Bitte, ich möge mich nun um alles kümmern, in die Hand gedrückt.
„Und?“, fragte mein Sohn weiter.
„Nichts und. Aus diesem Hamsterrad kann man sich nur mit Brachialgewalt lösen.“
Ich habe den Keller für Besucher geschlossen, die Entfeuchtungsanlagen entfernt, die Türen und Fenster geöffnet und lasse wieder die herrlich frische Luft in das alte Presshaus fließen. Endlich ist Ruhe und Besinnlichkeit eingekehrt, das Gläschen Riesling schmeckt nun umso besser und irgendwann einmal werden meine Mutter und ich wieder unbeobachtet ein kühles Bad in einem alten Holzbottich nehmen.

Ich wünsche Euch einen schönen Aschermittwoch und den Mut, das Leben in kleinen Dingen zu verändern!