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myWOMAN-Kolumnistin und Autorin K. Grabner-Hayden über ihren turbulenten Alltag mit Kind und Kegel

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Karpfen

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Dienstag, 22.12.2015, 15:06

Nach längerem Zögern hat sich meine Mutter nun doch endlich entschieden, wo sie ihr Weihnachtsfest verbringen will. Die Wahl fällt ihr immer schwer, zieht sich jedes Jahr über Monate hinweg und endet genau einige Tage vor dem Heiligen Abend damit, dass ich die Auserwählte bin.
Wie schön! Die Vermutung, nun doch ihr Lieblingskind zu sein, zerschlägt sich spätestens bei der Erklärung ihrer Motive. Meine wie auch die Kinder meiner drei Schwestern seien ein areligiöser Haufen, unbescheiden und freche Rotznasen dazu, die Schwiegersöhne alles eingebildete Pfaue und überhaupt, wir Töchter nicht so geraten, wie sie es sich als Mutter erträumt hätte. Die eine zu bürgerlich, dafür einfältig, die andere wieder zu feministisch, dafür pädagogisch unter jeder Kritik. Ich läge irgendwo in der Mitte, zwischen lustvoller Selbstzerstörung (weil ich rauche) und satirischer Besserwisserei. Auf meine interessierte Nachfrage, warum sie dann bei mir feiern will, antwortet sie mir stets gelangweilt: „Weil du von allen am besten kochen kannst!“ und gibt danach auch sofort ihren Wünsch für den Festtagstisch bekannt, der jedes Jahr der gleiche ist.
Und der heißt seit dreiundzwanzig Jahren (!!!): gebackener Karpfen mit Mayonnaise-Salat.

Vor einigen Wochen nun las ich Erschreckendes über diesen glitschigen Teichbewohner, namens Karpfen, der mir wieder unsere Ähnlichkeit mit dem österreichischen Hausschwein vor Augen führte. Mensch und Schwein verdauen einfach alles, was ihnen aufgetischt wird, auch einen Karpfen.
Dieser Fisch hat nämlich die unangenehme Gewohnheit in den Tiefen morastiger Gewässer im Schlamm nach allerlei Verdorbenen zu suchen. Das Tier grundelt irgendwo im dreckigen Schlamm herum und ernährt sich von Algen und von am Boden lebenden oder bereits vermoderten Kleinlebewesen wie Insektenlarven, Schnecken und Würmern. Er ist sozusagen die Biosau unter den Fischen.
Mich ekelte allein schon der Gedanke, ein Karpfen sollte fortan nicht mehr gebacken am Tisch stehen. Ein durchaus lösbares Problem möchte man glauben, nur meine Mutter machte mir einen Strich durch die Rechnung, sie hätte sich dieses Jahr wieder für mich entschieden und pochte vehement auf ihre christlichen Traditionen, also Karpfen.
Ich versuchte es anders und ließ das Haus von meinen Kindern richtiggehend versauen. Leere Bier und RedBull-Dosen, dreckige Aschenbecher und tonnenweise Schmutzwäsche meiner Söhne, sollten das Haus ungemütlich für sie machen. Sie putzte. Ich täuschte eine ansteckende Infektionskrankheit vor, um sie dazu zu bewegen, doch bei einer meiner Schwestern zu feiern, damit endlich einmal ein Rindsbraten (selbstverständlich bio!) am Weihnachtstisch stehen konnte. Nichts half, sie kochte Hühnersuppe und hatte mich in drei Tagen wieder „gesundgepflegt“.
Gut, ich musste mit schwereren Geschützen auffahren. Vor vierzehn Tagen provozierte ich einen Konflikt, der mit aggressiven Schreiduellen und der Drohung endete, sie hätte endgültig von mir genug und würde bei meiner Schwester in Wien feiern.
HUUUUUUURRRRRRAAAAAA! Ich hatte gewonnen und mein Gott, diese kleine Sünde gehörte zu den lässlichen und brauchte nicht einmal gebeichtet werden. Sie fuhr beleidigt nach Wien. Endlich kein Karpfen, kein Mayonnaise-Salat und das seit dreiundzwanzig Jahren!!! Wir jubelten.
Was ich nicht bedacht hatte, meine Schwester war genauso hinterhältig wie ich. Sie täuschte einen Brechdurchfall vor, sehr ansteckend und sehr unangenehm, was natürlich bei meiner Mutter nicht funktionierte, auch sie wurde gesundgepflegt. So entschied man sich kurzerhand für ein amerikanisches Menü, Truthahn mit Erbsen Püree, obwohl ihre Kinder und meine Mutter Truthahn hassen.
Gestern stand sie nun freudestrahlend wieder vor meiner Türe, sie hätte mir meinen Wutanfall verziehen, der sicher an meiner Überforderung und meinem Stress gelegen hatte. Nachdem unser Haus Dank ihrer Hilfe wieder glänzte und ich durch ihre Pflege wieder genesen war, ziehe sie es vor, heuer wieder bei mir zu feiern, immerhin waren die letzten dreiundzwanzig Jahre ja auch ganz nett gewesen, oder?
Natürlich und wie! Und weil´s ganz christlich-traditionell werden soll, gibt’s eben heuer bei uns eine echte Biosau unter den Fischen: Gebackener Karpfen mit Mayonnaise-Salat (Bähhhhhh!!).

Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und schöne Stunden im Kreise Eurer Lieben!
Katharina


 
Karpfen
Karpfen isst man auch in Ungarn zu Weihnachten. In Spanien nicht.
Vor allem Fischsuppe aus Karpfen, Schrecklich. Aber ich habe hier einen spanischen Freund mit einer Ungarin verheiratet, der sie mag????
Früher hat sie mein Mann gekocht, jetzt kaufen wir sie fertig im Restaurant und bringen sie nach Hause, für zwei Tage. Unser Sohn mag sie auch.
Ich werde Ente mit Rotkraut essen, viel besser.
Wie Du schreibst, Karpen riechen und schmecken nach Schlamm, haben viele Graeten, sind fett und die Stücke schwimmen in einer sehr scharfen teufesroten Suppe mit Kartoffeln Horreuer........
Trotzdem, frohe Weihnachten
Tesa
  • tesa,
  • 2015.12.22, 21:08